er lädt mit über 100kW wie er sollte und dann fällt er plötzlich auf 10kW oder weniger runter.
Beim HPC-Laden ist die "Ladepause" um 80% SoC herum vollkommen normal und der Batterie-Chemie geschuldet, das hat nichts mit dem Ladeanbieter, der Säule oder sonst irgendwelchen externen Einflüssen zu tun.
Aber der Wert ist ja eh mehr Wunschdenken vom System.
Was mich aber verwirrt ist die Restkapazität die er reportet.
Also einerseits gehst du davon aus, dass das Batterie-Management-System (BMS) "Wunschdenken" reportet, und andererseits hängst du dich an einem Wert auf, der aus genau dem gleichen System kommt.
Du siehst den Bias?
Alle Werte, die das BMS ausgibt, basieren auf mehr oder weniger genauen Schätzungen, nahezu nichts (abgesehen von den Zellspannungen) ist dort exakte Mathematik oder eine hochgenaue Messung.
Auch das ist schlicht ein Ergebnis der Umstände.
Die Zelldrift (Unterschiede in den einzelnen Zellspannungen) hat übrigens eine minimale Auflösung von 0,05 V - alles, was darunter ist, wird das BMS nicht mehr ausgeben, weil das einfach keinen Sinn ergeben würde.
Was du, vor allem bei deinem Nutzungsverhalten, mal tun solltest, ist, dem BMS ein Balancing der Zellen zu ermöglichen und möglichst genau die unteren und oberen Grenzen der Batterie zu kennen.
Dazu fährst du die Batterie so leer wie möglich (mindestens bis runter auf 10% SoC, je niedriger, desto besser) und lädst dann langsam (max. 11kW AC) bis auf 100% auf.
Im Optimalfall sollte nach Erreichen von 100% SoC weiterhin Ladestrom zur Verfügung stehen (kein Abschalten seitens der Säule), dann wird das BMS nach Lade-Ende anfangen, die einzelnen Zellen zu balancieren und möglichst auf eine einheitliche Zellspannung zu bringen.
Je länger das BMS dafür Zeit hat, desto besser, als Faustregel wird üblicherweise von 3 bis 4 Stunden nach Lade-Ende berichtet.
Danach sollte das BMS wieder halbwegs "kalibriert" sein und eine hinreichend genaue Ahnung davon haben, wie es der Batterie geht und wo die Grenzen liegen.
Aber auch dann ist "remaining energy" nach wie vor eine Schätzung des BMS, wenn hier keine auffälligen Schwankungen (plötzlich nur noch 40 kWh bei 100% SoC oder andere Extremwerte) auftauchen, passt das schon alles.
Die Batterie wirklich auf "Herz und Nieren" zu prüfen, ist aktuell nur mit dem Aviloo-Test (dem "großen", mit voll aufladen und dann möglichst leer fahren) möglich.